Was ist ein Lipödem?

Was ist ein Lipödem?

Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die durch die symmetrische Vermehrung des Unterhautfettgewebes gekennzeichnet ist. Vermutlich wird das Lipödem von hormonellen Prozessen ausgelöst und deswegen sind überwiegend Frauen betroffen. Es ist besser bekannt unter dem Namen „Reiterhosenphänomen“.

Die Fettvermehrung betrifft zunächst die Oberschenkel-, den Gesäß- und den Hüftbereich. Außerdem können auch die Unterschenkel und/oder die Oberarme an Umfang zunehmen. Im Normalfall sind Fessel, Füße und Hände von einem Lipödem nicht betroffen. Besonders auffällig ist die Disproportion zwischen schlankem Oberkörper und voluminöser unterer Körperhälfte. Die Fettverteilungsstörung ist mit Schmerzen verbunden und die Betroffenen sind meistens berührungsempfindlich. Ein Grund dafür kann sein, dass durch den fortschreitenden Lymphstau das Gewebe zunehmend verhärtet und das zu Schmerzen führt. Zudem ist das Lipödem beidseitig ausgeprägt und betrifft nicht nur eine Körperregion. Wulstbildungen an den Oberschenkelinnenseiten können zu Störungen des Gangbildes und - über Scheuereffekte - zu Gewebstraumatisierungen führen.

Obwohl alleine in Deutschland Millionen Menschen – fast ausschließlich Frauen – an einem Lipödem leiden, ist das Wissen über diese Erkrankung in der Bevölkerung, aber auch bei Ärzten, gering.

Das Lipödem wird häufig als Adipositas (Fettsucht) oder als Lymphödem fehldiagnostiziert und entsprechend falsch behandelt. Dies hat zur Folge, dass teilweise gravierenden körperliche, aber auch psychischen Folgen für die Betroffenen auftreten.