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Essity gewinnt Auftrag der NASA

 

Essity arbeitete erstmalig mit dem „Cardiovascular and Vision Laboratory“ der NASA im Johnson Space Center zusammen, um ein spezielles dreiteiliges JOBST Kompressionskleidungsstück (engl. gradient compression garment, kurz GCG) zu entwickeln. Dieses wurde zunächst an Astronauten auf seine Fähigkeit zum Schutz vor orthostatischer Intoleranz nach dem Weltraumflug getestet, welche von zweiwöchigen Space Shuttle-Missionen zurückkehrten. In jüngster Zeit wurden die JOBST-Bekleidungsstücke im Rahmen der gemeinsamen NASA-Russischen Feldteststudie an Astronauten getestet, die von vier- bis sechsmonatigen Aufenthalten auf der Internationalen Raumstation zurückkehren.

Die bisherigen vorläufigen Studienergebnisse waren vielversprechend. Infolgedessen beauftragte die NASA Essity, das bestehende dreiteilige JOBST® GCG zu optimieren und ein Kleidungsstück der nächsten Generation zu entwerfen, welches Schutz vor orthostatischer Hypotonie nach dem Weltraumflug (abnormal niedriger Blutdruck) und Presynkopie (Benommenheit, verschwommenes Sehen und Ohnmachtsgefühl) bietet.

 

Das JOBST OIG ist passgenau für jeden Astronauten und bietet eine abgestufte Kompression vom Fuß bis zur Taille. Der zur Verfügung gestellte Druck hilft, dass sich nach der Rückkehr zur Schwerkraft (1-g-Bedingungen) nach der Raumfahrt kein Blut in den unteren Extremitäten sammelt. Astronauten auf den Orion-Missionen werden die JOBST-Kleidung noch im Weltraum anziehen und unter dem OCSS-Fluganzug tragen, bis die Crew von ihrer Tiefraummission zur Erde zurückkehrt. Die erste Orion-Mission zur bemannten Raumfahrt soll bis 2023 gestartet werden, wobei vier Astronauten für bis zu 21 Tage jenseits der Erdumlaufbahn hinausfliegen werden.

 

"Wir fühlen uns sehr geehrt, von der NASA mit der Entwicklung der nächsten Generation von Kompressions-ORG für Astronauten, die an den Orion-Weltraummissionen teilnehmen, beauftragt worden zu sein", sagte Tyler Palmer, Vice President of Sales Wound Care and Vascular USA bei Essity. "Wir haben ein außergewöhnliches Team von Ingenieuren, die sich der Entwicklung eines überlegenen, schützenden OIG widmen, das so konzipiert ist, dass es einfach im Raum anzulegen und über einen längeren Zeitraum bequem zu tragen ist.“

"Unsere Kompressionskleidung hat in laufenden Studien gezeigt, dass sie die orthostatische Intoleranz nach dem Weltraumflug lindert", so Palmer weiter. "Die Wirksamkeit der dreiteiligen Kompressionskleidung von JOBST wurde erstmals bei Astronauten nach zweiwöchigen Space Shuttle-Missionen nachgewiesen, und die positiven Ergebnisse wurden in den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und Umweltmedizin veröffentlicht.„

 

Die Zusammenarbeit der NASA mit Essity und die Entwicklung maßgeschneiderter JOBST-Kleidung kann auch der allgemeinen Bevölkerung helfen, Probleme mit orthostatischer Intoleranz wie POTS (engl. Postural Orthostatic Tachycardia Syndrome) zu lösen. POTS ist eine Krankheit, die das autonome Nervensystem betrifft. Menschen mit POTS leiden im Stehen an einer erhöhten Herzfrequenz sowie Schwindelgefühl, was dazu führen kann, dass sie ohnmächtig werden oder schweren Schwindel, Müdigkeit und Trainingsintoleranz ausgesetzt sind.

 

Auswirkungen der Raumfahrt auf den menschlichen Körper

 

Beim Betreten der schwerelosen Umgebung des Weltraums bewegt sich das Blut eines Astronauten von den Beinen hin zum Oberkörper sowie Kopf und das Blutvolumen nimmt in den ersten 24 Stunden des Raumflugs ab. Wenn sie wieder in die Schwerkraft und die Erdatmosphäre eindringen, bewegt sich das Blut zurück zu ihrem Unterkörper. Dabei sind die Mechanismen des Körpers, das Blut zurück zum Herzen zu bringen, nicht so effektiv. Die Erholung von den Auswirkungen der Raumfahrt kann je nach Dauer der Mission und des einzelnen Astronauten mehrere Tage bis Wochen dauern. Orthostatische Intoleranz kann nach der Landung mehrere Tage andauern.